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Igus mit gemischten Gefühlen

igus mit gemischten Gefühlen
Der Messestand, den igus als Teil des digitalen Supportangebots an die Kunden aufgebaut hat, ist virtuell begehbar; auch persönliche Online-Führungen können vereinbart werden.
Bild: igus

Nach einem Umsatzplus im vorigen Jahr von zwei Prozent, musste die Igus GmbH im ersten Trimester 2020 einen Umsatzrückgang von 11 Prozent hinnehmen. Der Auftragseingang sank dagegen nur moderat um zwei Prozent.

Im vergangenen Jahr konnte der motion plastics-Spezialist Igus seinen Umsatz nach eigenen Angaben «trotz schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes» um 2 Prozent auf 764 Mio. Euro steigern. Mit der aktuellen Corona-Krise haben sich die Rahmenbedingungen weiter verschärft. So ging der Umsatz in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent zurück. Der Auftragseingang ist nahezu stabil und derzeit nur bei minus 2 Prozent. Diese Angaben machte das Unternehmen gestern im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz.

«Wir erhalten momentan viele Anfragen und vereinbaren zahlreiche virtuelle Besuchstermine», erklärt Frank Blase, Geschäftsführer der igus GmbH. «Das Interesse von Kunden an Lösungen, die die Technik verbessern und dabei Kosten senken, steigt spürbar.» Der Geschäftsführer nannte auch gleich ein Beispiel, wie das gelingen kann: In der Produktion eines Herstellers von Verpackungsmaschinen sollten pro Sekunde zwei Toastbrote geschnitten, verpackt und versiegelt werden. Eine Schwachstelle war bisher das bewegte Kabel für die rasend schnelle Bestückung der Maschine. Auf der Suche nach einer Lösung fand das Unternehmen im Internet den chainflex-Lebensdauerrechner für dynamische Leitungen von igus und damit das genau passende Produkt für seine hochdynamische Anwendung.

Auch wenn igus sich bewusst ist, dass Planungen derzeit schwierig sind, hält das Unternehmen an langfristigen Investitionen weiter fest, wie Frank Blase betont: «Die Umsatzeinbussen und Kosten bei der Bewältigung der Krise sind heftig. Eine generelle Wende zum Besseren ist derzeit schwer vorherzusagen. Allerdings haben wir ein hohes Eigenkapital für solche Ausnahmezeiten angespart. Und wir packen alle Kosten an.» Kurzarbeit wurde in einigen Ländern angemeldet, in Deutschland nicht.

Da derzeit weder Messen noch persönliche Besuche bei den Kunden möglich sind, setzt igus ganz auf die Vorteile der Digitalisierung: Dreh- und Angelpunkt ist dabei ein Messestand, den das Unternehmen als Teil des digitalen Supportangebots an die Kunden aufgebaut hat. Der reale Stand ist virtuell begehbar, auch persönliche Führungen, Einzel- und Gruppengespräche am Stand können direkt mit den Experten vereinbart werden.